Schreibwerkstatt Schreibprojekt Biographiearbeit

Schreib's dir von der Seele!

Die Oremos Schreibwerkstatt!

(Bild: Stefan Maria Riphaus)

Ora et labora! Bete und arbeite! Hier geht es konkret ums Schreiben. Schreiben ist Arbeit - und Kunst! Es hat, wie jede andere Kunst auch, also das Malen, Singen, Musizieren und Gestalten enormen therapeutischen Nutzen, weil es schöpferische Werte in dir zutage fördert und im wahrsten Sinne des Wortes sinnSTIFTend ist. Denn:

Expression is the Opposite of Depression

Welcher Weg für dich der richtige ist, musst Du selbst ausprobieren. Malen ist z.B. ein guter Weg, denn so bist Du mit allen Sinnen beteiligt, kommst ins Tun und: Bilder sind die Sprache der Seele. Diese Seite ist aber zunächst einer anderen Ausdrucksmöglichkeit gewidmet: Hier möchte ich dich zum Schreiben motivieren. 

Warum schreiben?

Jan Philipp Reemstma, der durch seine Entführung traumatisiert wurde, sagte etwas Wegweisendes: "Ich schreibe, um etwas, was mich sehr beschäftigt, in einem Raum außerhalb von mir aufbewahren zu können". Das trifft es sehr gut!

Schreiben ist Therapie

Oft kreisen wir im Leben um ein Thema, weil uns die Worte für das Unaussprechliche fehlen. Oder wir erzählen uns selbst immer wieder unsere eigene Geschichte in den wenigen Worten, die uns zur Verfügung stehen. Wir tun dies so lange, bis wir unser "Schicksal" als unabänderliches Gesetz hinnehmen. Mit einer neuen Perspektive und anderen Worten können wir uns aber im Rahmen einer begleiteten Schreibarbeit daraus befreien. Das bewirkt Entgiftung, Frieden, Veränderung, Heilung und ermöglicht schließlich einen Neuanfang.

Das kannst Du nicht? Lasse dir dabei helfen! Versuche es! Hier einige Anregungen:

Tagebuch

Es ist mehr als eine Erinnerungshilfe. Es sammelt deine Gedanken und Gefühle in besonderen Situationen. Wenn Du es später wieder zur Hand nimmst, kannst Du mit etwas Abstand diese besonderen Situationen noch einmal anschauen und reflektieren, was sie mit dir gemacht haben. Das kann Freude oder Schmerz auslösen. Manchmal sogar beides. Schaue an, wie es dir damit geht, was es dir sagen will (auch und gerade, wenn Du es vielleicht nicht hören willst).

Briefe

Im Gegensatz zu Twitter & Co. braucht ein Brief Zeit. So wie deine Gefühle und Gedanken auch Zeit brauchen. Gib sie ihnen! Einen Brief kannst Du entwerfen - und schließlich einwerfen oder verwerfen. Lass deine Worte erst einmal stehen, gib ihnen Zeit zu reifen, ändere, ergänze oder streiche sie dann gegebenenfalls - und schau was sie mit dir machen, wie sie ihren Sinn verändern oder dir selbst, dem Absender, etwas zu sagen haben.

Schreibe einen Brief an dich selbst, an dein inneres Kind, an den, der Du gerne geworden wärst - oder gerne werden willst. Ja, schreibe an den, der Du in einem Jahr sein wirst! Erlebe die therapeutische Kraft dieser Übung!

Schreibe an Menschen, egal ob sie noch leben oder nicht mehr leben oder noch nicht leben. Schreibe dem Kind, das Du abgetrieben hast, dem Vater, der dich verlassen hat, der Mutter, die nicht die sein konnte, die Du gebraucht hättest.

Schreibe an Gott, an Jesus, an Maria - auch und gerade, wenn Du Probleme mit ihnen hast oder nicht an sie glaubst! Es kann ja nicht schaden. Aber es nützt dir vielleicht.

Schreibe mir!

Deine Biographie

Biographiearbeit ist eine der Königsdisziplinen der Logotherapie. Es geht dabei nicht "nur" um deine Erinnerungen und deine Historie, sondern auch um die Konfrontation deiner Existenz mit dem Logos, also dem Sinn in allem, was dich ausmacht. Das ist umso wertvoller und existenzieller, je mehr Du am Sinn deines Lebens zweifelst!

Beginne mit deinen Eltern und Großeltern, wenn und soweit Du kannst. Versuche dein Familiensystem zu verstehen. Das löst fast immer auch Schmerz aus. Gut begleitet (!) kann das heilend und versöhnend wirken - selbst bei sehr stark in Konflikten verstrickten Familien.

Nimm dein Schicksal in die Hand!

Schreibe dein Leben auf! Von Geburt an bis zur Gegenwart und darüber hinaus bis weit in die Zukunft und schließlich bis zu deinem eigenen Tod. Lass dich von diesem Gedanken nicht erschrecken. Frankl schlägt Folgendes vor: "Stelle dir vor, wie Du an deinem Lebensabend in deiner Biographie blätterst und gerade jenes Kapitel aufgeschlagen hast, das den gegenwärtigen Lebensabschnitt behandelt. Und weiter stelle dir vor, es wäre dir möglich zu entscheiden, was das nächste Kapitel bringen soll".

Das Leben ruhig zu Ende denken

Der Tod verliert manchmal seinen Schrecken, wenn man die Angst vor ihm einmal überwunden hat und ihn vielleicht sogar meditiert. Das wissen Buddhisten in aller Welt. Der Dalai Lama fordert sogar dazu auf, ihn täglich zu meditieren, um den Übergang (er ist ja schließlich nicht das Ende!) nicht unvorbereitet antreten zu müssen. 

Angst, Schuld und Zorn

Sie stehen einem guten Leben und Sterben im Weg! Ersetzen wir Angst durch Vertrauen, Schuld durch Vergebung und Zorn durch Gelassenheit werden wir heil.

Vorsicht ist bei starken Traumata geboten, weswegen da eine therapeutische Begleitung geboten sein kann.

Dein Buchprojekt

Du wirst überrascht sein, was Du zutage gefördert haben wirst: den "Sinnfaden" in deinem Leben auf dieser Welt. Warum dein Werk, dein Kunstwerk nicht würdigen, es drucken und binden lassen? Du bist ja nicht nur der Künstler, sondern auch das Kunstwerk selbst.

Und vielleicht kannst Du andere damit inspirieren ...