Mensch-Sein

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Auch der Mensch ist dreifaltig (für Erwachsene)

Von Gott soll man sich bekanntlich kein Bild machen. Was das Wesen des Menschen anbetrifft, sollte man dazu schon in der Lage sein! Doch hier wird es bereits kompliziert, weil jeder ein anderes Menschenbild hat. Wenn wir uns schon selbst nicht verstehen, wie bitte sollten wir uns dann von Gott ein Bild machen können? Versuchen wir es erstmal mit dem Menschen und fangen klein an!


Wenn man Leute fragt „Wer bist du?“ antworten manche mit „Ich bin mein Körper“. Nun, das ist etwas wenig. Andere glauben, dass sie aus Körper und Seele bestehen. Das ist schon ein kleines bisschen besser. Wenn sich jemand die Frage stellt „Habe ich eine Seele oder bin ich eine Seele“ und „Ist sie sterblich oder unsterblich?“ kommen wir schon erheblich weiter. Lassen wir die Antwort auf diese Frage aber noch einen Moment offen!


Was ist mit dem Geist? Körper, Seele und Geist also?! Die Antwort lautet: ja! Doch was meinen wir mit Geist? Nicht gemeint ist hier Geist im Sinne von Gespenst oder Goethes „Geister, die ich rief“. Gemeint ist hier zum einen die geistige Person, die ich bin, und zum anderen der menschliche Verstand, den ich habe und dessen sich die geistige Person, die ich bin, bedient, um als Mensch zu existieren. Lies diesen Satz bitte drei Mal!

Erste Erkenntnis: der Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist

Wie war das nun mit der (un-) sterblichen Seele? Philosophen, Theologen und Mystiker zerbrechen sich seit 3.000 Jahren den Kopf darüber. Naturwissenschaftler, die nur zählen, messen, wiegen, ziehen eine unsterbliche Seele nicht in Betracht. Doch versuchen wir es ruhig einmal!

Psyche ist das griechische Wort für Seele. Was sagt uns Wikipedia dazu? „Die Psyche kann als ein Ort menschlichen Fühlens und Denkens verstanden werden. Sie ist die Summe aller geistigen Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen. Im Gegensatz zur Seele umfasst die Psyche keine transzendenten Elemente.“ Lies diesen Satz bitte drei Mal!

Das mit den „geistigen Eigenschaften“ stimmt nur in Bezug auf den Geist im engeren Sinne, reduziert auf den menschlichen Verstand. Interessant und richtig ist aber die (notwendige) Unterscheidung von Seele und Psyche im letzten Satz. Doch was sind „transzendente Elemente“? Hier hat sich der Autor wohl nicht getraut von „unsterblichen Anteilen“ oder „dem Göttlichen“ zu sprechen, aber genau das ist hier gemeint. Es gibt seelische Anteile, die an den Körper, und wie der Körper an Zeit und Raum gebunden sind, also irdisch und sterblich! Diesen Anteil nennen wir Psyche. Eine Psyche haben wir. Es gibt aber auch den ewigen, also unsterblichen oder göttlichen Anteil unserer Seele, der übergeht ins Geistige. Und dieses Geistige ist weit mehr als der menschliche Geist, es übersteigt (also "transzendiert") die irdische Sphäre und geht über ins Göttliche.

Zweite Erkenntnis: Der Mensch ist geistige Person. Er hat einen Körper und hat eine Seele (Psyche)

Doch weiter: der menschliche Geist (Verstand) ist der Psyche, also der sterblichen Seele (auch „Tierseele“ genannt) zuzuordnen. Die un-sterbliche, ewige Seele hingegen geht ins Geistige über, transzendiert die Psyche und damit Zeit und Raum. Wir sehen hier, dass naturwissenschaftliche Begriffe wie Zeit und Raum sich vermischen mit mystisch anmutenden Worten wie Transzendenz, Ewigkeit und Göttlichkeit. Diese Vermischung ist aber nicht widersprüchlich, sondern durchaus harmonisch! Dieses Wort ist nicht zufällig gewählt, denn hier klingt noch etwas an: Harmonie! Wann ist ein Mensch „harmonisch“? Schauen wir uns das Oremos-Logo oben an!

Der violette Kreis steht für den Körper. Er ist der kleinste und nicht zufällig grob, dicht und dunkel. Der Schwerkraft unterliegend steht fest er auf dem Boden. Der grüne Kreis steht für die Seele. Sie ist schon etwas lichter, noch nahe am Körper, sogar an ihn gebunden, umfasst aber mehr als nur den (materiellen) Körper, nämlich die (immaterielle) Psyche. Die unsterbliche Seele transzendiert Zeit und Raum und geht über ins Geistige. Das ist der weiße Kreis. Das Geistige umfasst und füllt (!) die Seele. Diese wiederum umfasst und füllt (!) den Körper.

Das Oremos-Logo ist die zweidimensionale Abbildung einer vieldimensionalen Wirklichkeit: stelle dir einmal die Kreise räumlich vor (3. Dimension), wie ein Plasma mit einem dichten Kern. Sieh wie es mit der Zeit (4. Dimension) wächst. Der goldene Bereich außen ist Gott (5. Dimension) – oder wenn man an ihn nicht glauben mag: das Universum. Darin, fast verborgen: das Geheimnis des Kreuzes. Das Geistige ist - und es ist ewig. Es gibt Geistiges ohne Körper, aber keinen Körper ohne Geistiges. Das Göttlich-Geistige im Menschlich-Geistigen ist die sechste, und das Geistige im Körperlichen ist die siebte Dimension: der "7. Himmel" oder der "Himmel auf Erden" oder das "Reich Gottes in dir". Lasse diese Aussage auf dich wirken!

Dritte Erkenntnis: der 7. Himmel ist in dir

Was bedeutet der nach oben weisende goldene Strich? Nun, er ist so etwas wie unsere „geistige Nabelschnur“, die uns an den Vater im Himmel anbindet, so wie unsere körperliche Nabelschnur an die Mutter auf Erden. Der Vergleich ist wichtig. Solange der Mensch per Nabelschnur mit seiner Mutter verbunden ist, also bis zur Geburt, erlebt er sich als eins mit ihr, nicht als eigenständiges Wesen. Ab der Durchtrennung der Nabelschnur muss der Mensch selbst atmen, essen und trinken. Er muss laufen und sprechen lernen und - selbständig, frei und eigenverantwortlich leben lernen! Bald erleben wir uns als getrennt von der Mutter und als eigenes Wesen, als „Ich“. Dann beginnt die hinreichend bekannte Trotzphase.

Nun, wir haben noch eine zweite Nabelschnur, und zwar eine unsichtbare. Bei Babys und sehr kleinen Kindern (bis max. zwei Jahren) ist sie noch sehr dick und durchlässig. Die Anbindung an Gott ist noch sehr stark. Die Legenden von morgenländischen (orientalischen) Kulturen erzählen davon. Abendländische (westliche) Kulturen ahnen es allenfalls: aufmerksame Eltern haben beim Blick in die Augen ihres Neugeborenen häufig eine Ahnung, dass sich dahinter mehr befindet als ein leeres Hirn, in dem lediglich einige Instinkte, wie der Saug- und Schluckreflex angelegt sind. Tatsächlich betrachten sie quasi wie durch ein Fenster uraltes Bewusstsein, das sich aber mangels Sprachfähigkeit (müssen Körper und Verstand erst wieder lernen) nicht mitteilen kann. Schade eigentlich …

Mit spätestens zwei Jahren vollzieht sich dann eine zweite, aber nicht endgültige „Abnabelung“. Sie zeigt sich körperlich mit dem Schließen der großen Fontanelle oberhalb der Stirn. Ich lasse mir von Naturwissenschaftlern an dieser Stelle gerne vorwerfen, dass es hier esoterisch wird, denn wie bei der Existenz von Gott selbst, lässt sich auch diese These nicht beweisen. Entscheide selbst, lieber Leser, ob Du darin einen Sinn erkennen kannst!

Vierte Erkenntnis: Wir sind Gottes (pubertierende) Kinder

Die geistige Nabelschnur wird nun immer dünner. Kleinkinder haben häufig noch „lichte Momente“, in denen sie erstaunliche Weisheiten von sich geben. Je älter und vernünftiger (?!) wir aber werden, umso gröber, körperlicher, irdischer verhalten wir uns. Dann beginnt unsere "zweite Trotzphase" und wir wenden uns (temporär) von Gott ab, so wie wir irgendwann auch unsere Eltern verlassen (müssen). Man versuche sich die Esoterik (ohne ihr Unrecht tun zu wollen) als "spirituelle Pubertät" vorzustellen. Die Pubertät hat in der Entwicklung von uns Menschen schließlich eine (lebens-) wichtige Funktion.

Ist ein Mensch spirituell erWACHt und erWACHsen, und bricht sich das uralte Bewusstsein wieder Bahn, erkennt man ihn vielleicht als Mystiker. Das sind faszinierende Menschen, aber ihre Sprache ist zuweilen kompliziert, unverständlich und - irgendwie nicht von dieser Welt.

Die geistige Nabelschnur hat übrigens ein „unteres Ende“. Wir können es, wie die Seele auch, zwar nicht finden, so sehr wir auch suchen, das aber jeder kennt: das Gewissen! Es meldet sich, wenn wir im Begriff sind, etwas Falsches zu tun oder etwas Richtiges zu unterlassen. Ja, hier spricht Gott persönlich! Ob wir an ihn glauben oder nicht! Nun möge man sich die geistige Nabelschnur bitte nicht als den goldenen Faden vorstellen, an dem Gott mit uns wie mit einer Marionette spielt. Denn dann hätten wir keinen freien Willen, sondern wären einfach „Avatare“ Gottes. Wenn dem so wäre, gäbe es entweder nur „gute“ Menschen oder wir wüssten definitiv, dass Gott nicht (immer) „lieb“ ist. Doch so verhält es sich nun mal nicht. Ohne auch nur ansatzweise erklären zu können und zu wollen, was Gott sich bei der Schaffung des Menschen „gedacht“ hat (wenn er denn überhaupt „denkt“), ist eines zumindest ganz klar: 

Fünfte Erkenntnis: wir Menschen haben einen freien Willen! Doch (Gott sei Dank) auch ein Gewissen! 

Zurück zum Begriff der Harmonie! Zentriert sein, gut auf- und ausgerichtet sein ist nicht ohne Grund die beste Meditationshaltung. Wäre Meditation nur Entspannung, könnten wir uns auch einfach hinlegen. Tatsächlich erklären uns Meditationslehrer, dass in aufrechter Haltung die „Energie“ des Universums besser in uns fließen kann. Das ist auch richtig! Dabei ist es nützlich, wenn wir mit Körper, Geist und Seele ruhig werden, denn unsere drei Sphären sind ständig in Bewegung - und zwar häufig disharmonisch.

Sechste Erkenntnis: Harmonisch ist ein Mensch, wenn sich Körper, Seele und Geist im ruhigen Gleichgewicht befinden

Im Gleichgewicht, mittig, zentriert, gut aufgerichtet und ausgerichtet, im freien Fluss der Energie - das klingt esoterisch, ist es auch, aber deswegen noch nicht falsch. Denn diese Energie gibt es tatsächlich! Die chinesischen Daoisten nennen sie Qi (auch Chi) und üben sich in ihrem freien Fluss mit Tai Qi. Japanische Buddhisten sprechen von Ki und praktizieren Rei Ki. Indische Hindus kennen diese Kraft als Prana - und wir Christen? Ja, auch wir kennen sie – seit Jahrtausenden – nur unter einem anderen Namen: Heiliger Geist! Das klingt für manche schlicht "uncool" oder sogar peinlich, weil uns "aufgeklärten" Abendländlern keiner glaubhaft vermittelt hat, wie Heiliger Geist zu denken ist.

Im Oremos-Logo findet er sich im goldenen Außenbereich. Er umfasst und füllt (!) den ganzen Menschen mit Körper, Seele und Geist. Es gibt also einen Gott außerhalb von uns („im Himmel“ sozusagen) und in uns („auf Erden“ gewissermaßen): die 7. Dimension!

Siebte Erkenntnis: Wir sind von Gott getrennt – und doch nicht!

Naturwissenschaftler vermuten heute, was spirituelle Menschen (vor allen im Osten unserer Welt) seit Jahrtausenden wissen: das Universum besteht nicht zu 99,99% aus „Nichts“, freiem Raum oder Vakuum, sondern aus - nennen wir es (universelle) Energie - oder Geist! Heiliger Geist! Physiker suchen nach „Etwas“, das sie dunkle Materie oder manchmal sogar „Gottesteilchen“ nennen. Sie ahnen, dass es so etwas wie Nichts nicht geben kann, so etwas wie Etwas (also Materie) aber möglicherweise auch nicht. Denn messbare Teilchen werden immer kleiner und bestehen dann doch wieder aus noch kleineren Teilchen - bis nur noch jene mysteriöse Energie übrig bleibt. Es gibt esoterische Schulen, die Materie als Illusion betrachten. Vielleicht ist "verdichtete Energie" leichter zu denken. Jedenfalls wird es spannend, wenn Naturwissenschaft und Spiritualität, über Jahrhunderte unvereinbar, sich endlich aufeinander zu bewegen.

Achte Erkenntnis: Materie ist geronnener Geist

Den wissenschaftlichen Beweis für die Existenz des Dreifaltigen würden wir aber selbst dann nicht gefunden haben, wenn Astrophysiker die Formel seines Heiligen Geistes enträtselt hätten. Dazu brauchen wir ja nicht nur jene rätselhafte Energie (also den Heiligen Geist) und den historischen Jesus von Nazareth (also den Sohn), sondern auch den „Vater“ (also Gott selbst).

Dreifaltige Wesen sind, wie wir oben gelesen haben (und jetzt vielleicht glauben) auch wir Menschen: unsere sterbliche Hülle, der Körper steht für den in Jesus Christus sprichwörtlich Fleisch gewordenen (inkarnierten) Gott, in Gestalt des Sohnes. Geist steht für die Geistige Person, die wir sind, und die in den Heiligen Geist hinein transzendiert. Unsere unsterbliche Seele ist jenseits von Zeit und Raum verwoben mit dem Ursprung von allem, dem Vater.

Neunte Erkenntnis: wir sind Gott ziemlich ähnlich – geschaffen nach seinem Ebenbild

Warum sprechen wir eigentlich von Gott als Vater und nicht als Mutter? Jesus sagte nun einmal „Abba“ (Aramäisch für Vater). So ist es überliefert und steht deswegen auch nicht zu unseren Disposition. Wichtig ist aber ohnehin nicht sein Geschlecht (wenn Gott denn überhaupt eines haben sollte), sondern etwas ganz anderes: zur Zeugung eines (sterblichen) Menschen bedarf es eines irdischen Vaters und einer irdischen Mutter. Sie vererben uns ihre Gene, quasi als Bauplan für den Körper und gewisse psychische Veranlagungen. Doch die beiden können niemals die dritte „Zutat“, das Geistige, das den Menschen wesenhaft vom Tier unterscheidet und zur „Krönung der Schöpfung“ macht, dazugeben. Unsere Sprache sagt es doch: Vater und Mutter "zeugen" ein Kind. Es ist aber kein "Erzeugnis", sondern ein "Geschöpf". Ein solches wird "geschaffen", und zwar von nicht von einem Erzeuger, sondern einem "Schöpfer". 

Zehnte Erkenntnis: Jeder Mensch ist (von Gott) gewollt 

Sein Heiliger Geist ist bei jeder, ausnahmslos jeder Zeugung dabei. Deswegen gibt es bei der Empfängnis auch keine wirklichen „Unfälle“. Das gilt – so hart es auch klingen mag – selbst für Schwangerschaften in Folge von Vergewaltigungen, wobei ausdrücklich nicht gemeint ist, dass Gott die Vergewaltigung gewollt hätte. Das ginge zu weit! Aber das so gezeugte Kind ist eben auch ein "Geschöpf". Die großen Gewissensnöte junger Frauen vor und nach einer (auch nur in Erwägung gezogenen) Abtreibung bedürfen auch deswegen dringend der Seelsorge.

Elfte Erkenntnis: Der Mensch ist der Ort der Selbstverwirklichung Gottes 

Ohne Gott kein Mensch, aber ohne Mensch ist Gott auch nicht Gott. Wir haben Augen, um für Gott zu sehen, Ohren, um für ihn zu hören, ein Herz, um für ihn zu fühlen und einen Verstand, um für ihn zu denken und überhaupt Sinne, um seine Schöpfung zu bestaunen. Erst durch uns Menschen erlebt sich Gott quasi selbst. Durch uns erlebt Gott sich auf zig Milliarden unterschiedliche Arten und Weisen. Diese Rück-Bindung Gottes auf sich selbst lässt übrigens den Begriff Religion in einem ganz anderen Licht erscheinen. Er leitet sich ab aus dem lateinischen re-ligare: rück-binden! Der reichlich ramponierte Begriff Religion meint also eigentlich die Rückbindung des Menschen als Geschöpf Gottes auf Gott selbst.

Zwölfte Erkenntnis: Gott ist Sinn!