Lebenskrisen und Schicksal

Balance halten

Der Sinn einer Krise liegt darin, dass man sie meistert

Schreiben heilt

Der Sinn einer Prüfung liegt nicht darin, dass man sie besteht - sondern darin, dass man mit ihrem Ergebnis umzugehen versteht.

Bild von junger Frau am Abgrund

Das kann auch bedeuten, versagt zu haben - und nicht am Versagen zu verzweifeln, sondern daraus zu lernen

Stefan Maria Riphaus

Dem Leiden trotzen

Wichtig ist nicht nur, dass jemand sein Kreuz trägt, sondern auch wie 

Dr. Otto Zsok

Gefühle des Leidens

Der Sinn des Leidens

Leid, Schuld und Tod nennen wir in der Logotherapie die "tragische Trias". Sie gehören unausweichlich zum Leben. Ohne sie wäre das Leben kein Leben - und doch möchten wir gerne auf sie verzichten. 


„Das Schicksal, das ein Mensch erleidet, hat erstens den Sinn, gestaltet zu werden, wo möglich, und zweitens, getragen zu werden, wenn nötig.“
(Viktor E. Frankl)


Mit diesen Worten ist schon viel zum Ausdruck gebracht, nämlich, dass Leiden überhaupt einen Sinn hat, dass Leiden Gestaltungs-Spielraum bietet, und dass Leiden, sofern es unveränderlich ist - und nur dann! – getragen werden muss, aber auch getragen werden kann. Lies diesen Satz bitte dreimal!

Lerne zu leiden!

Werde also leidens-fähig! Auch wohnt diesen wirklich großen Worten des Psychotherapeuten Viktor Frankl ein Appell an die Verantwortlichkeit des Menschen inne, nämlich, Leiden nicht zu früh und ohne Not als schicksalhaft gegeben und unausweichlich hinzunehmen, denn nur unvermeidliches Leiden ist sinnvolles Leiden. Falsche "Leidensmystik“ ist daher als sinn-widrig abzulehnen.

Richtig leiden

Wir lernen von Frankl und dem Dalai Lama gleichermaßen: veränderbares Leiden ist zu verändern, anstatt ihm nachzuhängen. Unveränderbares Leiden hingegen ist zu er-tragen und kann nur so auch bewältigt werden. Das ist aber eine (geistige) Fähigkeit, mit der wir nicht geboren werden, sondern die wir erwerben müssen - und können!

Die Sinn-Frage

In der Logotherapie greifen wir diese existenzielle Sinn-Frage nun auf, ohne den suchenden Menschen aus seiner Verantwortung zu entlassen oder sie ihm abnehmen zu wollen. Frankl sagte uns hierzu klar, aber auch etwas hart:

„Der Mensch hat nicht zu fragen, sondern er ist vielmehr der vom Leben her Befragte.“


Therapeutisches Coaching bietet dir, dem leidenden Menschen an, selbst, aber nicht allein, herauszufinden, wozu dich dein Leben herausfordert: „Was kannst Du, vielleicht nur Du, in dieser Situation tun und damit an Wertverwirklichung leisten?“ Dabei bin ich dir Helfer, Begleiter, Tröster, aber nicht so sehr Führer, denn – so Frankl einmal mehr:

„Sinn kann nicht gegeben werden, er muss gefunden werden.“


Hinzufügen möchte ich: Sinn will und kann gefunden werden. Gelingt es, dass ein Mensch sein schicksalhaftes Leiden annimmt, darin die Möglichkeit zur Realisierung von Sinnmöglichkeiten erkennt und dadurch wächst, kann man „getrost“ von einer gelungenen „Tröstung der Seele“ reden. Mit den vereinigten Kräften von Psychologie und Philosophie wider die Depression und den Burn-out.

Die vierfache Bedeutung des Leidens 

Viktor Frankl sah im Leiden Leistung, Wachstum, Reifung, und Bereicherung.

1. Leiden ist geistige Leistung durch Veränderung der inneren Einstellung zum äußerlich unveränderten (unveränderbaren) Schicksal.

2. Leiden fördert menschliches Wachstum. Der Mensch wächst (1. vorausgesetzt) in seinem Sein substanziell über sich hinaus und zu seiner wahren Größe heran. Oder wie der Bayer Josef Anton Schneiderfranken (alias Bô Yin Râ) in seinem „Deutschen Mantra XVII“ ausdrückt: Er wird sich selbst Stufe. Meditiere diese Worte: "sich selbst Stufe  werden"!

3. Leiden führt zu menschlicher Reifung. Wenn der Mensch (2. vorausgesetzt) ein anderer geworden ist, ein reiferer, mündiger, barmherziger und liebevoller Mensch, hat sein Leiden einen Sinn. 

4. Leiden ist grundlegende Bereicherung. Kann man die Schritte 1-3 mit dem menschlichen Verstand noch irgendwie begreifen, setzt die 4. Bedeutung die eigene fundamental-existenzielle, mystische Erfahrung am Abgrund voraus. Hier schaut und erkennt der Mensch die Wahrheit, und sie macht ihn frei. So sagte es uns Viktor Frankl in seinem Buch „Der leidende Mensch“ und so zitiert der Evangelist Johannes in Kapitel 8, Vers 32 den großen Meister von Nazareth: "und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." 

Positives Denken oder Schönfärberei?

Positiv zu denken ist das Gegenteil von Schönfärben oder Schönreden. Eine Enttäuschung bleibt eine Enttäuschung. Ein Trauma bleibt ein Trauma. Ob aber eine Enttäuschung oder ein Trauma dich daran hindern können, in Zukunft ein sinnvolles, glückliches Leben zu führen, entscheidest Du! Jetzt! Hier! Nicht irgendwann, irgendwo! Nicht irgendwer ...