Beziehungskrise statt Harmonie

Beziehungskrisen

Alles nur aus Liebe

Liebe ist die Königin unter den Sinnes- und Gefühlskräften. Liebe zu unserem Partner, unserer Familie, Freunden und Mitmenschen. Auch zu Tieren, zur Natur, zur Kunst oder zu Gott.

Liebe will gelebt werden, braucht also "Jemanden", ein Gegenüber - und zwar das "richtige"! Aber zur Liebe gehören zwei "Richtige". Doch Vorsicht: manchmal sind beide völlig OK, aber ein innerer Saboteur steht zwischen ihnen. Er kann die Wahrnehmung des anderen, die Kommunikation mit ihm und das ganze Zusammen-Sein beeinträchtigen - oder zerstören!

Drum prüfe, wer sich ewig bindet - oder löst

Der Volksmund empfiehlt aus Erfahrung sich nicht Hals-über-Kopf in eine Beziehung zu stürzen. Das gilt auch umgekehrt: bevor Du dich von deinem Partner trennst, prüfe seine und deine seelische Befindlichkeit! Es wäre schade um euch! So manches Paar wäre zu retten gewesen. Ein (bewusstes oder unbewusstes) Trauma oder eine problematische Kommunikation kann auch eine heile (!) Beziehung ebenso effektiv "sabotieren" wie eine korrekturwürdige Entwicklung der Persönlichkeit oder ein Burn-out, der sogar die Sonne verdunkelt.

Der rote Faden

Wenn Du ein Problem mit in die nächste Partnerschaft schleppst, wiederholt sich das Drama möglicherweise. Viele Menschen ahnen da ein Muster, meinen aber zu ihrem Herzenstrost, "immer Pech" mit Männern oder Frauen zu haben. Bedenke: die Rose blüht nur kurz, wenn die Wurzel krank ist.

Chance auf Heilung

Um nicht missverstanden zu werden: aus einer chronisch pathologischen Beziehung (mit einem Menschen, der einem physische oder psychische Gewalt antut) darf/soll/muss man sich befreien. Das ist oft leichter gesagt als getan - man kann es oft nicht, weil eine symbiotische Täter-Opfer-Verstrickung vorliegt. Dann nehme man Hilfe in Anspruch.

Doch wenn bei dir oder deinem Partner eine realistische Chance auf Heilung, z.B. einer neurotischen Störung, besteht, lasse sie nicht unversucht. Auch hier kann externe Hilfe nützlich sein.

Sexualität

Die Naturwissenschaften degradieren die Libido zu einem bio-chemischen Vorgang und Sigmund Freud machte sie pauschal für vieles verantwortlich, was der Mensch so erleidet - oder anderen zumutet. Beides wird der körperlichen Liebe, als Ausdruck der seelischen und geistigen (!) Liebe, natürlich nicht gerecht. Tatsächlich übt die Sexualität enorme Kraft aus, im Positiven wie im Negativen. Letzteres hat unsägliches Leid in die Welt gebracht, denn nirgends kumulieren Schuld und Scham so unheilvoll, wie in der Sexualität 

Alles nur hormonell?

Es scheint, als sei die Liebe "nicht von dieser Welt" - und doch ihr Wesenskern. Wir entstammen EI-ner EI-nzigen (!) EI-zelle, in der und aus der heraus wir uns trennten - in Mann und Frau. Und in diese EI-nheit sehnen wir uns in unserem tiefsten Inneren zurück. Diese Urkraft, diese Ursehnsucht will uns mit "unserer besseren Hälfte" wieder ver-EI-nigen, zu "EI-nem Herz und EI-ner Seele". Der Volksmund bringt es wie so oft auf den Punkt.

Yin und Yang

Das Männliche und das Weibliche: beides (!) ist in jedem von uns seit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle angelegt und bleibt mit jeder Zellteilung erhalten. Egal ob wir zu Mann oder Frau (oder beides/nicht) wurden: wir streben zurück in diese Einheit, jenes Gefühl vor der Vertreibung aus dem Paradies. Darin liegt das tiefe Geheimnis der menschlichen Sexualität. Doch so sehr wir uns auch nahe zu kommen versuchen, uns überall berühren, ineinander eindringen, bleiben wir doch getrennte, unverschmelzbare Individuen. Erst durch den Akt der Zeugung entstehen wieder zwei Körper in einem und zwei Seelen in einer - bis zur Geburt. Der Kreislauf des Lebens beginnt von Neuem.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!

Leichter gesagt als getan - wenn man sich selbst nicht leiden kann. Um einen anderen Menschen "richtig" lieben zu können (also mit Körper, Geist und Seele), nicht nur zur Fortpflanzung und Triebbefriedigung, müssen wir mit uns selbst im Reinen sein. Bevor wir eine Liebe für "beendet" erklären, oder wenn wir einen Menschen zurückweisen, lohnt sich zunächst ein Blick in unsere eigene Seele.

Hass = Liebe x-1

Liebe kann über-irdische Kraft entfalten, denn sie ist nicht von dieser Welt. Umgekehrt gilt dies leider auch, denn Hass ist wie Liebe mit umgekehrtem Vorzeichen, ihre Umkehrung sozusagen. Fanatiker sind auch von der Liebe angetrieben - nur in die falsche Richtung! Das ist tragisch.

P.S. 

Ein unbefriedigendes Sexualleben von Paaren ist selten somatischer (körperlicher) Natur, sondern hat meistens psychische Ursachen und zeigt sich neurotisch. Die gute Nachricht: Angst- und Zwangsstörungen (um die handelt es sich hier) sind therapierbar.